Traumatherapie: EMDR

Ein psychisches Trauma ist ein Ereignis, das die Fähigkeit des Ichs, Sinneswahrnehmungen und daraus folgende Gedanken und Gefühle zu integrieren, massiv stört und durch Überflutung mit überwältigender Angst und Hilflosigkeit oder durch Erstarrung (freeze and fragment) gekennzeichnet ist. Es gibt vielfältige Folgereaktionen: klassisch die Posttraumatische Belastungsstörung, im weiteren Sinne alle psychischen Erkrankungen.

Um mit alten traumatischen Erinnerungen zu arbeiten, brauchen wir Alltagsstabilität, Affekttoleranz und Zugang zu unseren Ressourcen.

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing – Augenbewegungsdesensibilisierung und Durcharbeiten) ist eine Methode, mit der durch Stimulation beider Gehirnhälften das sogenannte Traumanetzwerk aktiviert und von dort ein Verweben mit den Ressourcen angeregt wird. Das geschieht in einer Art Pendelbewegung, bei der der Therapeut für die stabile Verankerung im „sicheren“ Hier und Jetzt Sorge trägt und den Prozess führt. Die Durcharbeitung betrifft all jene Assoziationskanäle (visuell, auditiv, emotional, kognitiv, kinästhetisch), die bei der Speicherung des Ereignisses eine Rolle gespielt haben.

Lehrer: Franz Ebner/EMDR-Institut Arne Hofmann